Jul 05

Nur weil ich “Wenn du am Spieltag beerdigt wirst, kann ich leider nicht kommen: Die Welt der Fußballfans” von Christoph Biermann gekauft oder bewertet habe, empfiehlt mir amazon “Umgang mit gewalttätigen Ausschreitungen beim Clubfussball in Basel: Ein Abgleich der psychologischen Konzepte von Polizei und Fans”? Strange.

 

Jun 11

Gestern …

und heute …

(bei uns in der Straße gesehen)

 

Mär 23

Das ist so klasse, das muss ich hier einfach posten …

Beckham, Beckham, Beckham, Phil Neville, Giggs

(und hier nochmal auf YouTube in voller Größe)

(via zielpublikum@twitter)

 

Mär 20

Vorhin im Stadion ein Gespräch schräg hinter mir. Nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters gegen meine Eintracht.

“Die Schiedsrichter sinn eh all schwul.”

“Jo, abber so en Warme is im Winder eh besser.”
 

Mär 09

Bei solchen Äußerungen wäre ich ja äußerst vorsichtig …

“Niemand wird es schaffen, einen Keil zwischen Wolfgang Niersbach und mich zu treiben. Zwischen uns passt kein Blatt Papier.”

Da gabs doch schon einmal Zwei, die das von sich behauptet haben …

Und niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

 

Mär 08

Jetzt muss will ich mich als bekennender Fußballfan auch mal zu diesem Thema äußern. Habe ja schließlich lange genug dazu geschwiegen.

Was zuvor geschah …

Ein junger Schiri (Michael Kempter) beklagt sich bei DFB darüber, dass er von einem Quasi-Vorgesetzten (Manfred Amerell) sexuell belästigt wurde. Was - im Nachhinein betrachtet - ziemlich dumm von ihm war.

Die ganze Vorgeschichte, also wer wann was von wem gewusst hat und diese Information wem wielange warum auch immer vorenthalten hat, mag ich jetzt gar nicht erzählen. Das ist nämlich sehr kompliziert.

Hier nur die Namen der handelnden Personen, nach denen man - auch in Kombination - sehr schön googlen kann.

- Michael Kempter (jüngster deutscher FIFA-Schiedsrichter, fühlt sich sexuell belästigt)
- Manfred Amerell (Schiedsrichtersprecher, wird der sexuellen Belästigung beschuldigt)
- Volker Roth (Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses)
- Franz-Xaver Wack (ehemaliger Schiedsrichter)
- Rainer Koch (ehemaliger DFB-Vizepräsident, Ressort Schiedsrichterwesen)
- Theo Zwanziger (DFB-Präsident und Jurist)

Herr Kempter vertraut sich also dem DFB an. Eine - wie auch immer geartete - Beziehung zwischen den beiden kann wohl - wie aus mehreren E-Mails mittlerweile bekannt wurde - nicht ausgeschlossen werden. Inwieweit diese Beziehung auf Freiwilligkeit basiert(e), müssen wohl künftig die Gerichte klären. Das ist für die mittlerweile tobende Schlammschlacht meines Erachtens auch nicht relevant.

Der DFB schlägt sich - ohne Amerell vorher anzuhören - auf die Seite von Kempter, was dazu führt, dass der DFB nun Amerell der sexuellen Belästigung beschuldigt. Amerell lässt sich das nicht gefallen und schließt mit dem DFB einen Vergleich.

Amerell verzichtet darauf, den DFB zu verklagen, bekommt dafür aber die Namen von 3 weiteren Schiris, die sich ebenfalls beim DFB gemeldet haben. Der DFB darf weiter behaupten, der ehemalige Funktionär habe Schiedsrichter sexuell belästigt. Ist also - wenn nicht moralisch, so doch mindestens juristisch - fein raus.

Gegen die 4 Schiedsrichter, die behaupten, Amerell habe sie sexuell belästigt, wird er (Amerell) also - wenn ich das richtig sehe - genau wegen der gleichen Behauptung Strafanzeige stellen. Gegen Kempter außerdem auf Schadenersatz klagen. 4 junge Schiris sind wahrscheinlich leichter einzuschüchtern als der große DFB.

Geschickt eingefädelt. Da hat sich der DFB, seines Zeichens der weltgrößte Sportverband, ganz schön über den Tisch ziehen lassen.

Dann tritt dieser Herr Amerell letzten Donnerstag Abend bei meinem ‘Lieblingsmoderator’ Kerner (#kotz) in dessen Talkshow auf und ruiniert mal so nebenbei die Karriere des jungen und durchaus guten Schiedsrichters Kempter. Nicht ohne zu betonen, dass der DFB und sein Präsident Theo Zwanziger “ganz anders gehandelt hätte, wenn er Menschen achten und auf Menschen schauen würde”.

Da muss ich dem Herrn Amerell ja durchaus Recht geben. Der DFB hat sich - wie auch schon in der Geschichte um die Vertragsverhandlung von Bierhoff/Löw vor einigen Wochen - sehr stümperhaft verhalten.

Auch hat er seine Glaubwürdigkeit und Seriosität verloren. Der DFB, in der Person seines Vorsitzenden Theo Zwanziger ermutigt schwule Bundesliga-Fußballer, sich zu outen. Man würde ihnen bei diesem Schritt jegliche Unterstützung zusichern.
Also … wenn ich ein schwuler Fußballer wäre, würde ich das sowieso schon mal lassen. Da könnte der DFB Unterstützung versprechen wie man will, das würde einem in einem Stadion mit >50.000 (oft homophoben) Fußballfans auch nix helfen. Und wenn man sich anschaut, wie ‘professionell’ der DFB mit aktuellen Themen umgeht, würde ich mir das gleich abschminken.

Aber zurück zu Herrn Amerell und seinem Auftritt beim Sportjournalistendarsteller. Mit den den DFB-betreffenden Aussagen hat Herr Amerell wohl recht.

“Der DFB-Präsident hat die Ehre von Menschen auf dem Altar der Öffentlichkeit geopfert.” (…) “Der DFB hat doch das Grundrecht auf den Schutz des Privatlebens und der Intimsphäre mit Füßen getreten, als er ohne jede Rechtsgrundlage und ohne Information des Betroffenen diese Vorwürfe öffentlich gemacht hat.”

Er bedauert zwar, “dass er diesen ganzen Mist an die Öffentlichkeit tragen muss”, verhält sich allerdings selbst nicht besser und zerstört mal eben die Karriere seines früheren (vermeintlichen) Lovers, in dem er neben den für die ‘Sexgeschichte’ relevanten Einzelheiten auch Mails veröffentlich, die mit der ganzen Geschichte überhaupt nichts zu tun haben. Unter anderem die folgende Mail, die wohl die Hälfte der Republik durchaus nachvollziehen kann, Herrn Kempters Schiri-Karriere aber durchaus beendet haben dürfte.

‘Bis später. Freu mich aufs Bayernspiel. Hoffentlich fliegen sie gleich raus. Dann stoßen wir an!’

Kempter in einer Mail an Amerell

Auch gibt er ’seinen Michi’ in den folgenden Tagen noch der Lächerlichkeit preis, in dem er z.B. folgendes der BILD-Zeitung in den Schreibblock diktiert.

“Er wird der erste FIFA-Schiedsrichter sein, der kein Spiel pfeift. Er kann das FIFA-Emblem nur auf seinem Schlafanzug tragen.”

Zur Erklärung: Kempter ist zwar mittlerweile FIFA-Referee, hat aber noch kein Spiel gepfiffen. Das Erreichen seines Ziels (FIFA-Schiedsrichter), das Ende der Beziehung und die Beschwerde beim DFB bringt Herr Amerell dann auch in einen Zusammenhang, der sicher nicht leicht wegzudiskutieren ist.

“Wenn man den ganzen E-Mail-Verkehr über drei Jahren verfolgt und aufmerksam liest, kommt man zum genau gegenteiligen Eindruck. Dann sieht es so aus, als sei ich unter Druck gesetzt worden. Und dass ich wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wurde, nachdem Michael Kempter FIFA-Schiedsrichter geworden ist.”

Aber könnte es nicht auch sein, dass Herr Kempter das alles nur solange mitgemacht hat, bis er von Herrn Amerell unabhängig war, also von seiner Seite nichts mehr zu befürchten hatte? (Was sich ja im Nachhinein als fatale Fehleinschätzung herausstellt.)

Wenn man das alles als Außenstehender beobachtet, fragt man sich schon, wie eine Beziehung - oder sogar Liebe(?) - so in Hass umschlagen kann. Und was ist das für ein Mensch? Der alle eMails, die er über die Jahre von seinem ‘Verhältnis’ bekommen hat, aufhebt und archiviert. Private und intime Malis, die keinen außer die beiden Betroffenen etwas angehen. Hat er die aufgehoben, weil er immer schon wusste, dass er die irgendwann mal benutzen würde, wenn es irgendwann aus sein wird? Schäbig.

Und der hat die wohl alle auf Papier. Internetausdrucker. Und es scheint noch nicht zu Ende zu sein.

“Ich habe noch genügend Munition gegen ihn. Wenn er nicht aufhört zu lügen, kann ich ihm ungefähr hundert weitere Mails zeigen. Oder ich werde auf Wunsch den Ordner mit den Mails FIFA, UEFA und dem DFB zur Verfügung stellen.”

Einiges davon hat Amerell ja schon publik gemacht. Man darf muss gespannt sein, welche intimen Details da noch ans Licht der Öffentlichkeit kommen.

Also immer dran denken …

- Don’t write anything you can phone.
- Don’t phone anything you can talk.
- Don’t talk anything you can whisper.
- Don’t whisper anything you can smile.
- Don’t smile anything you can nod.
- Don’t nod anything you can wink.

Da hätte sich der Herr Kempter besser auch dran gehalten …

Was an der ganzen Geschichte und der Darstellung in der Öffentlichkeit auch zu denken geben sollte, ist die Erfahrung, wie schnell die ganzen guten Vorsätze, die nach dem Tod von Robert Enke (den ich jetzt eigentlich gar nicht erwähnen wollte) allerorten zu hören waren, schon wieder vergessen sind. Also Verständnis, anderer Umgang mit dem Leistungsdruck, Menschlichkeit im Profisport, …. Also doch alles nur Allgemeinplätze und heiße Luft?

P.S. Und der Herr Kerner ist nicht der nette Moderator, für den ihn viele Leute halten.

 

Dez 07

Soso, da hat sich also der Mainzer Spieler Aristide Bancé nach dem Spiel des Karnevalsvereins (=FSV Mainz 05) gegen unsere Eintracht - das seitens der Mainzer übrigens mit 0:2 verloren ging - dahingehend geäußert, dass ihn der Eintracht-Spieler Maik Franz rassistisch beleidigt haben soll.

(…) “Er hat mich das ganze Spiel über provoziert, hat mich übelst beschimpft, meinen Vater, meine Mutter beleidigt. Er hat mich als dreckigen Neger bezeichnet.” (…)

Aristide Bancé,
Karnevalsverein

Maik Franz ist sicher kein Unschuldslamm und ich bin froh, dass er in unserer Mannschaft (und nicht beim Gegner) spielt, aber sowas traue ich ihm nicht zu. Trashtalk ja, aber doch kein Rassismus.

Wenn es wirklich so gewesen wäre - warum ist der Herr Bancé denn nicht in der Halbzeit zum Schiedsrichter oder einem seiner Betreuer (Trainer, Manager, Leiter der Lizenzspielerabteilung, o.ä.) gegangen und hat es direkt angesprochen? Dann hätte man - sofern an der Anschuldigung überhaupt was drangewesen wäre - während des Spiels schon einschreiten können

Aber so … ist das in meinen Augen einfach ein Spieler, der nicht verlieren kann. Und wer hat sich nach dem Spiel unsportlich verhalten und den Stinkefinger gezeigt? Genau.

Hier der zugehörige Artikel auf FR Online. Und hier der entsprechende Thread aus dem Eintrachtforum.

Ich weiß auch schon, wer sich auf das nächste Rhein-/Main-Dervby in Frankfurt freuen kann …

 

Sep 21

Man muss den Herrn Hoeneß ja nicht unbedingt mögen, aber dem, was er am Samstag vor dem Spiel der Bayern in der Allianz-Arena gesagt hat, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

“Wir verneigen uns vor einem Menschen, der sein Leben gegeben hat, um andere, in dem Fall Kinder, zu schützen. Es ist schockierend, dass viele Passanten dieses Drama miterlebt und nicht aktiv eingegriffen haben. Jeder Einzelne von uns kann in eine Situation kommen, dass er Hilfe benötigt. Dann wären wir froh, wenn jemand wie Dominik Brunner helfen würde. Deshalb ist er für uns ein Vorbild für Zivilcourage und praktizierter Nächstenliebe.”

Bayern-Manager Uli Hoeneß am vergangenen Samstag

Respekt!
 
(via FR-online)

 

Mai 27

Dumme Fragen oder Wieviele blöde Fernsehzuschauer rufen an? - Teil 2

SAT.1 (CL-Finale): Gegen wen spielte der FC Barcelona im Viertelfinale der UEFA-Champions-League?

(A) Eintracht Frankfurt
(B) Bayern München

Ja, das wäre schön gewesen …

 

Mai 21

So. Die Ära Friedhelm Funkel in Frankfurt ist also zuende. Schade.

Auch wenn ich nie zu den ‘Funkel raus’-Rufern gehört habe, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass es vielleicht doch besser ist, wenn mal ein frischer Wind reinkommt.

Funkels Erfolge in den letzten Jahren (Aufstieg, Etablieren in der Liga, DFB-Pokalendspiel, Erreichen des UEFA-Cups) konnten sich durchaus sehen lassen, die jüngere Vergangenheit haben viele sogenannte Fans diese allerdings schnell vergessen lassen, sodass es zu immer lauteren Rufen nach einer Ablösung kam.

Fachlich war gegen Herrn Funkels Arbeit wohl nichts zu sagen und richtig eingeschätzt hat er die Möglichkeiten der Mannschaft auch. Dass er diese Einschätzung immer wieder - auch in der Öffentlichkeit - kundgetan hat, war wohl das Hauptproblem.

Das Frankfurter Publikum wollte die nämlich nicht hören, weil es offensichtlich andere Ansprüche an seine Eintracht hat. Auch wenn diese eher einem Wunschdenken entsprechen und aus einer verklärten Sicht auf die ‘glorreiche Vergangenheit’, die es allerdings nie gab, herrühren. Eine ‘große Nummer’ war die Eintracht eigentlich nie. Einmal (1959) Meister, viermal DFB-Pokalsieger, einmal UEFA-Cup-Sieger, einmal Gewinner des Fuji-Cups und einige kleinere Titel wie Süddeutscher Meister in mittlerweile 110 Jahren Vereinsgeschichte. Das wars dann aber auch schon.

Frankfurt IST Mittelmaß. Das sagt auch (der Vorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG) Heribert Bruchhagen, was IHM hoffentlich kein ähnliches Ende bescheren wird. Sollte das geschehen, wird die Eintracht vermutlich wieder einen Rückfall in frühere Zeiten (Ohms, Octagon, …) erleben.

Die nächsten Wochen werden sicher wieder spannend und turbulent. Wenn ich alleine an die Trainersuche denke, wird’s mir schon ganz anders. Unter anderem ist in der Presse(!) gar von Loddar Maddäus die Rede.

Hier die Mitschnitte der Pressekonferenz von heute mittag um 1200 Uhr. PK Teil 1 (Funkel) und PK Teil 2 (Bruchhagen). Bruchhagen at its best.

Schade, dass die gute und solide Arbeit nicht fortgesetzt werden kann. Die lautesten Rufer haben sich wieder mal durchsetzen können. Hoffentlich wird Herr Funkel am Samstag wenigstens mit Anstand verabschiedet.

Alles Gute, Friedhelm Funkel. Und Danke für die letzten Jahre.

 

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